Ein kurzer Auszug aus der Geschichte des “Hohnsteiner Kaspers”

Die Drei des KASPERTRIOS stammen von einem Schweizer ab – einem sächsischen Schweizer. In Hohnstein, in der Sächsischen Schweiz, residierte er dort seit 1928 zusammen mit seinem Puppenspielvater Max Jacob auf Burg Hohnstein. Die vielen Zuschauer, die Max Jacob und sein Team mit dem Kasper und seinen ganz besonderen Puppen begeisterte, gaben ihnen den Namen DIE HOHNSTEINER und noch heute wird es andächtig, wenn der Kasper mit dem Satz auftritt: “Hallo Kinder, ich bin der Kasper, der Hohnsteiner Kasper.”

In dieser Zeit entwarf und schnitzte Theo Eggink viele Puppen für die Hohnsteiner. Frau Friedel Kostors war zu dieser Zeit die Puppenschneiderin. Als 14-Jähriger begann Gerhard Berger am 1. April 1940 in der Werkstatt von Theo Eggink und lernte dort, wie man Puppen schnitzt. Zunächst durfte er nur die Zähne für die Hexe und die Hörner für die Teufel schnitzen und seine Bitte, doch auch einmal einen Kopf schnitzen zu dürfen, wurde vom Lehrherrn mit den Worten abgetan: “Das ist schade um die Zeit und ums Holz.” So kaufte er von Theo Eggink etwas Holz und schnitzte an einem Sonnabendnachmittag seinen ersten Seppelkopf. Der Kopf muss dem Meister gefallen haben, denn ab da durfte Gerhard Berger auch andere Köpfe schnitzen. Das Schaffen von Theo Eggink wurde unterbrochen, als er Soldat wurde und etwas später musste auch Gerhard Berger in den Krieg. Als beide aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt waren, arbeiteten sie wieder zusammen in der Werkstatt in Hohnstein, die im Kasperhaus eingerichtet war. Anfang der 60er Jahre erkrankte Theo Eggink, und Gerhard Berger musste immer mehr Köpfe schnitzen. 1964 übernahm er die Werkstatt ganz und seine Frau die Schneiderwerkstatt von Friedel Kostors. Theo Eggink verstarb mit nicht einmal 64 Jahren am 30. März 1965 in Hohnstein.

Gerhard Berger schnitzte in seinem Leben neben unzähligen Original Hohnsteiner Handspielpuppen mit der gleichen Sorgfalt wie schon vor über 70 Jahren aus Lindenholz auch den Berliner Kasper, den Märkischen Kasper und das gesamte Ensemble der Puppenwanderbühne KASPERTRIO. Nach Otto von Bismarck (1895), Dr. Walter Noack und Alber Vester (1984), sowie Dietrich Graf und Bernd Arnold (2008) wurde Gerhard Berger am 10. August 2013 Ehrenbürger der Stadt Hohnstein.

Wir fühlen uns der Tradition der Hohnsteiner verpflichtet und sind dankbar für die guten Kontakte zu den dort Schaffenden. Wir vertreten die Werte des damaligen Hohnsteiner Puppenspielers Max Jacob, der nach dem zweiten Weltkrieg auch der erste deutsche Präsident der UNIMA (Union Internationale de la Marionnette) war. So ist es nahe liegend, dass Berthold Schönhoff die Puppenwanderbühne KASPERTRIO als Mitglied in dieser internationalen Vereinigung der Puppenspieler vertritt.